Griechenland ist sein Image als Krisenland losgeworden, für 2014 werden neue Besucherrekorde erwartet. Die Tourismusbranche hat aus den schwierigen Jahren gelernt.

Noch treibt der Wind Wolken über die Ägäis, der eine oder andere Regenschauer geht nieder. Aber Dimitra Daskalopoulou ahnt schon: „Es wird ein guter Sommer!“ Die 54-jährige Griechin betreibt mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern ein kleines Hotel auf der Insel Paros, und so viele Reservierungen für die 22 Zimmer hatte sie um diese Jahreszeit noch nie. „Sogar für den September sind wir schon zu 60 Prozent gebucht“, sagt Daskalopoulou.

Gerade erst hat die griechische Statistikbehörde ELSTAT einen Reise-Rekord für 2013 gemeldet, da steuert das Land bereits die nächste Bestmarke an. Krise? Nicht im griechischen Tourismus. Mit 17,9 Milionen ausländischen Besuchern begrüßten die griechischen Hoteliers und Pensionswirte im vergangenen Jahr so viele Gäste wie nie zuvor. Die bisherige Bestmarke von 16,5 Millionen Reisenden aus dem Jahr 2011 wurde damit deutlich übertroffen. 

Und in diesem Jahr soll es noch einmal deutlich nach oben gehen: „Nach unseren Prognosen wird 2014 ein neues Rekordjahr“, sagt Andreas Andreadis, der Präsident des Verbands der griechischen Tourismusunternehmen. „Fast auf allen traditionellen Märkten registrieren wir steigende Buchungszahlen“, sagt er. Er erwartet 18,5 Millionen Besucher.

Mit 2,7 Millionen Gästen stellten Deutsche im vergangenen Jahr das größte Kontingent der ausländischen Besucher, gefolgt von den Briten. Ein immer wichtigerer Markt für die griechischen Hoteliers wird Russland. 2013 wuchs die Zahl der russischen Touristen um 55 Prozent auf 1,3 Millionen, womit sie bereits auf Platz drei lagen. Sie sind gern gesehene Gäste, ließ doch jeder russische Besucher im vergangenen Jahr 1.074 Euro in Griechenland. Im Durchschnitt aller ausländischen Gäste waren es nur 670 Euro. Für dieses Jahr rechnet die Tourismusministerin Olga Kefalogianni, die gerade in Moskau für ihr Land warb, mit einem weiteren Anstieg auf 1,5 Millionen russische Touristen.

Infoquelle: zeit.de von GERD HÖHLER

 

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